Gemäß § 226 BGB ist die Ausübung eines Rechts unzulässig, wenn sie als Schikane eingestuft wird. Welche zwei Merkmale müssen hierfür zwingend vorliegen?
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Richtige Antworten: D, F
Das Schikaneverbot gemäß § 226 BGB ist eine der wichtigsten Schranken für die Ausübung privater Rechte im deutschen Zivilrecht. Es besagt, dass man ein Recht, das einem eigentlich zusteht (z. B. das Eigentumsrecht oder das Hausrecht), nicht missbrauchen darf, wenn der einzige Grund für die Handlung darin besteht, einer anderen Person zu schaden. Man nennt dies auch eine Form des Rechtsmissbrauchs.
Damit eine Handlung juristisch als Schikane gewertet wird, müssen zwei wesentliche Merkmale gleichzeitig vorliegen:
1. Schädigungsabsicht (Antwort D): Die Ausübung des Rechts muss ausschließlich den Zweck haben, einem anderen Schaden zuzufügen. Das Gesetz verwendet hier das Wort „nur“. Das bedeutet: Sobald der Handelnde auch nur einen geringfügigen, aber berechtigten eigenen Vorteil oder Grund für sein Handeln hat, liegt im Sinne des § 226 BGB meist keine Schikane mehr vor.
2. Fehlen eines eigenen Nutzens (Antwort F): Demjenigen, der das Recht ausübt, darf aus dieser Handlung kein eigener, schutzwürdiger Vorteil erwachsen. Wenn die Handlung für ihn selbst völlig sinnlos ist und nur den Nachbarn oder einen Dritten ärgert, ist dies ein klares Indiz für Schikane.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- Antwort A & B: Lärm oder die Nachtzeit können zwar Ruhestörungen darstellen, definieren aber nicht den Tatbestand der Schikane. Schikane kann auch völlig lautlos und am helllichten Tag stattfinden.
- Antwort C: Ob eine Handlung anstrengend ist oder nicht, spielt für die rechtliche Bewertung der Absicht keine Rolle.
- Antwort E: Hohe Kosten für den Eigentümer sind kein Merkmal für Schikane gegen andere. Im Gegenteil: Oft nimmt der Schikanierende sogar Kosten in Kauf, nur um dem anderen zu schaden, aber die Kosten selbst sind keine Voraussetzung für das Verbot.
Zusammenfassend ist § 226 BGB die „moralische Notbremse“ im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), die verhindert, dass das Recht zur Waffe für bösartige Zwecke wird. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB).
