Sie sind im Nachtdienst alleine auf Streife. Welche Faktoren können Ihre Wahrnehmungsfähigkeit negativ beeinflussen?
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Richtige Antworten: C, D
In der Sicherheitsbranche, insbesondere nach § 34a der Gewerbeordnung (GewO), ist die menschliche Wahrnehmung das wichtigste Werkzeug eines Sicherheitsmitarbeiters. Wahrnehmung ist jedoch kein objektives Abbild der Realität, sondern ein aktiver psychischer Prozess, der durch verschiedene Faktoren massiv beeinflusst werden kann. Wenn Sie im Nachtdienst alleine auf Streife sind, wirken sowohl interne als auch externe Belastungsfaktoren auf Sie ein.
Die korrekten Antworten sind Stress und Übermüdung (C) sowie schlechte Lichtverhältnisse (D).
1. Stress und Übermüdung: Diese Faktoren sind biologische und psychologische Leistungshemmer. Übermüdung führt zu einer verlangsamten Reaktionszeit und einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit. Das Gehirn kann Informationen nicht mehr so schnell verarbeiten, was im Sicherheitsdienst lebensgefährlich sein kann. Stress hingegen führt oft zu einem sogenannten „Tunnelblick“, bei dem die periphere Wahrnehmung (das Sehen am Rand des Sichtfeldes) eingeschränkt wird. Rechtlich ist hier das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) relevant, das Ruhepausen vorschreibt, um genau diese Gefahren zu minimieren.
2. Schlechte Lichtverhältnisse: Dies ist ein externer, physikalischer Faktor. Da das menschliche Auge bei Dunkelheit vor allem mit den Stäbchen (verantwortlich für Hell-Dunkel-Sehen) arbeitet und die Zapfen (Farben) weniger aktiv sind, sinkt die Sehschärfe. Dies führt oft zu Sinnestäuschungen oder Fehlinterpretationen von Schatten und Bewegungen.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- Gutes Training (A) und Hohe Konzentration (B) sind positive Faktoren. Sie verbessern Ihre Wahrnehmungsfähigkeit und helfen Ihnen, Gefahren schneller zu erkennen. Training schult das Auge für verdächtige Verhaltensweisen.
- Interesse an der Arbeit (E) und Gute Bezahlung (F) sind Motivationsfaktoren. Während sie die psychische Einstellung verbessern können, haben sie keinen direkten negativen Einfluss auf die biologische Fähigkeit, Reize aufzunehmen. Eine gute Bezahlung verhindert keine Müdigkeit.
Besonders wichtig ist im Nachtdienst die Eigensicherung. Gemäß der DGUV Vorschrift 23 (Unfallverhütungsvorschrift für Wach- und Sicherungsdienste) müssen bei Alleinarbeit besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden (z.B. Funkkontakt, Totmannschalter), da die eingeschränkte Wahrnehmung das Risiko für Übergriffe oder Unfälle erhöht. Die Wahrnehmung wird auch durch die Erwartungshaltung beeinflusst: Wer Angst hat, sieht in jedem Schatten eine Gefahr (Projektion). Daher ist professionelle Distanz und ständige Selbstreflexion im Umgang mit Menschen und der Umgebung essenziell.
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