Welche taktische Vorgehensweise ist bei der Bekämpfung eines Entstehungsbrandes mit tragbaren Feuerlöschern gemäß den geltenden Brandschutzrichtlinien (z. B. DGUV Information 205-001) korrekt?
Richtige Antwort: B
Im Rahmen der Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ist das Thema Brandschutz ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitstechnik und der allgemeinen Sicherheitsvorschriften. Die korrekte Handhabung von Feuerlöscheinrichtungen ist nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern dient primär dem Eigenschutz und der Erfüllung der Sorgfaltspflichten gemäß dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sowie der DGUV Information 205-001 (vormals BGI 560).
Die Antwort B ist korrekt, da bei Glutbränden (festen Stoffen wie Holz oder Papier) das Löschmittel gezielt und stoßweise auf den Brandherd aufgebracht werden sollte. Dies hat den Hintergrund, dass man durch das stoßweise Abgeben des Löschmittels den Löscherfolg ständig kontrollieren kann und kein Löschmittel verschwendet. Ein Entstehungsbrand (ein Brand in seiner frühen Phase) kann oft mit einem tragbaren Feuerlöscher gelöscht werden, sofern die Taktik stimmt.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- Antwort A ist falsch, weil man Brände grundsätzlich von unten nach oben und von vorne nach hinten löscht. Würde man von oben nach unten löschen, würde man lediglich die Flammen oben kurzzeitig niederdrücken, während die Basis des Feuers weiter brennt und die Thermik das Feuer weiter anheizt.
- Antwort C ist falsch, da die DGUV vorschreibt, dass mehrere Feuerlöscher gleichzeitig und nicht nacheinander eingesetzt werden sollten. Durch den gleichzeitigen Einsatz wird eine massivere Löschmittelwolke erzeugt, die das Feuer schneller erstickt oder abkühlt. Ein nacheinander erfolgender Einsatz führt oft dazu, dass das Feuer in den Pausen zwischen den Löschern wieder aufflammt.
- Antwort D ist falsch, weil bei Flüssigkeitsbränden (Brandklasse B) ein zu hoher Druck direkt in das Zentrum dazu führen kann, dass die brennende Flüssigkeit aus dem Behälter spritzt und so zur Brandausbreitung führt (Spritzbrandgefahr). Hier sollte der Löschstrahl fächerförmig über die Oberfläche geführt werden.
- Antwort E ist falsch, da bei elektrischen Anlagen Mindestabstände einzuhalten sind (gemäß Aufdruck auf dem Feuerlöscher, meist 1 Meter bei Niederspannung bis 1000V), um einen elektrischen Schlag durch das Löschmittel oder die Ionisierung der Luft zu verhindern.
- Antwort F ist falsch, da man immer mit der Windrichtung (also den Wind im Rücken) löschen muss. Wer gegen die Windrichtung löscht, steht direkt in der Rauchgaswolke und gefährdet sich durch Inhalation von Giftstoffen und Hitze selbst.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Brandschutztaktik darauf abzielt, mit den begrenzten Ressourcen eines tragbaren Löschers den maximalen Effekt zu erzielen, ohne den Sicherheitsmitarbeiter zu gefährden. Dies korrespondiert auch mit dem Zwiebelschalenprinzip der Sicherheitstechnik: Die organisatorische Sicherheit (Schulung im Brandschutz) greift hier in die technische Sicherheit (Feuerlöscher) ein, um Schäden zu minimieren.
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