Vor der Prüfung sind Sie extrem nervös, Ihr Herz klopft. Sie atmen 4 Sekunden tief ein, halten 4 Sekunden, atmen 6 Sekunden aus. Was bewirkt das?
Richtige Antwort: C
In der Sicherheitsbranche nach § 34a GewO (Gewerbeordnung) ist die psychische Belastbarkeit ein entscheidender Faktor für die berufliche Zuverlässigkeit. Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Herausforderungen, wobei man zwischen positivem Eustress (leistungssteigernd) und negativem Distress (belastend) unterscheidet. Wenn Sie vor einer Prüfung oder in einer brenzligen Situation im Objektschutz Herzklopfen und Nervosität verspüren, aktiviert Ihr Körper den Sympathikus – den Teil des vegetativen Nervensystems, der für „Kampf oder Flucht“ zuständig ist. Die hier beschriebene Atemtechnik (4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 6 Sekunden ausatmen) ist eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Stressregulation. Durch das verlängerte Ausatmen wird gezielt der Parasympathikus aktiviert. Dieser ist der Gegenspieler des Sympathikus und für Erholung, Ruhe und die Senkung der Herzfrequenz verantwortlich.
Aus rechtlicher Sicht ist die Stressbewältigung auch im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verankert. Gemäß § 3 ArbSchG ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten, was auch die Vermeidung psychischer Fehlbelastungen einschließt. Zudem fordert die DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der Prävention), dass Versicherte durch ihr Verhalten keine Gefahren für sich oder andere heraufbeschwören dürfen. Ein Sicherheitsmitarbeiter, der unter extremem Stress die Beherrschung verliert, gefährdet die öffentliche Sicherheit und Ordnung.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
Antwort A ist falsch, da Atemtechniken keine „Esoterik“ sind, sondern auf biologischen Fakten der Neurophysiologie basieren. Antwort B ist falsch, da Hyperventilation durch zu schnelles und flaches Atmen entsteht, während diese Technik die Atmung bewusst verlangsamt. Antwort D ist falsch, da die Übung das Adrenalin senkt und somit Aggressionen abbaut, statt sie zu fördern. Antwort E ist nicht korrekt, da das Ziel die Konzentrationsfähigkeit und Ruhe ist, nicht die Schläfrigkeit. Antwort F ist falsch, da es keinen direkten physiologischen Zusammenhang zwischen dieser Atemübung und dem Hungergefühl gibt. Die korrekte Antwort C ist somit die einzige fachlich richtige Lösung, da sie die Aktivierung des Parasympathikus korrekt benennt.
Fortschritt speichern und gezielt weiterüben?
In der Lernplattform weiterlernen