Welche Anforderungen stellt die Unfallverhütungsvorschrift 'Wach- und Sicherungsdienste' (DGUV Vorschrift 23) explizit an die Eignung von Wach- und Sicherungspersonal?
2 Antworten wählen
Richtige Antworten: B, D
In der Sicherheitsbranche sind die Anforderungen an das Personal besonders hoch, da Sicherheitsmitarbeiter oft in Situationen geraten, die ein hohes Maß an Verantwortung und Belastbarkeit erfordern. Die DGUV Vorschrift 23 (ehemals BGV C3) ist die spezielle Unfallverhütungsvorschrift für Wach- und Sicherungsdienste. Sie konkretisiert die allgemeinen Pflichten aus der DGUV Vorschrift 1 und dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) speziell für unser Gewerbe. Gemäß § 7 der DGUV Vorschrift 23 darf ein Unternehmer nur Personen für Wach- und Sicherungstätigkeiten einsetzen, die für die jeweilige Aufgabe geeignet sind.
Die korrekten Antworten B und D beziehen sich direkt auf diesen Paragrafen. Die körperliche Eignung (B) bedeutet, dass der Mitarbeiter physisch in der Lage sein muss, seinen Dienst zu verrichten. Wer beispielsweise im Streifendienst auf weitläufigen Geländen eingesetzt wird, muss gut zu Fuß sein; wer im Objektschutz nachts arbeitet, muss die nötige Sehschärfe und Wachsamkeit besitzen. Die geistige Eignung und charakterliche Festigung (D) ist ebenso entscheidend. Hier geht es um Zuverlässigkeit, Stressresistenz und die Fähigkeit, auch in Konfliktsituationen besonnen zu reagieren. Ein Mitarbeiter, der schnell die Beherrschung verliert, ist charakterlich nicht gefestigt und stellt ein Sicherheitsrisiko dar.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- Antwort A ist falsch, da die DGUV V 23 kein generelles Mindestalter von 25 Jahren vorschreibt. Zwar gibt es für bewaffnete Dienste im Waffengesetz (§ 28 WaffG) oder für bestimmte Leitungsfunktionen Altersgrenzen, aber nicht als allgemeine Eignungsvoraussetzung der UVV.
- Antwort C ist falsch, da für das Bewachungsgewerbe kein akademischer Grad wie das Abitur gefordert wird. Die rechtliche Grundlage für den Zugang ist die Sachkundeprüfung oder Unterrichtung nach § 34a GewO.
- Antwort E ist falsch, da Nahkampftechniken keine gesetzliche Anforderung der Unfallverhütungsvorschriften sind. Im Gegenteil: Deeskalation steht im Vordergrund.
- Antwort F ist falsch, da die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft (BG) eine Pflicht des Unternehmers ist, nicht des einzelnen Arbeitnehmers als Eignungsmerkmal.
Der Unternehmer (Arbeitgeber) ist nach § 3 DGUV Vorschrift 1 verpflichtet, die Eignung seiner Mitarbeiter regelmäßig zu prüfen. Verstößt er dagegen und setzt ungeeignetes Personal ein, riskiert er bei Unfällen Bußgelder oder Regressansprüche der Berufsgenossenschaft.
