Wie bezeichnet man eine große Anzahl von Menschen, die zufällig (z.B. Warteschlange) am selben Ort sind?
Richtige Antwort: F
In der Sicherheitsbranche, insbesondere im Rahmen der Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (Gewerbeordnung), ist es von entscheidender Bedeutung, die verschiedenen Formen von Menschenansammlungen korrekt zu unterscheiden. Die richtige Antwort auf diese Frage lautet Menge. Eine Menge (Menge) definiert sich soziologisch als eine Ansammlung von Menschen, die sich zufällig am selben Ort befinden, ohne dass eine innere Bindung oder ein gemeinsames, bewusstes Ziel besteht. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Warteschlange vor einem Geschäft oder Menschen an einer Bushaltestelle. Jeder verfolgt seine eigenen Interessen, man steht lediglich räumlich nah beieinander.
Warum sind die anderen Begriffe in diesem Kontext falsch?
- Verband (A) und Einheit (B) beziehen sich meist auf organisierte, strukturierte Gruppen mit einer festen Hierarchie, wie man sie beim Militär oder der Polizei findet.
- Eine Gruppe (C) zeichnet sich dadurch aus, dass die Mitglieder sich kennen, über einen längeren Zeitraum interagieren und ein gemeinsames Ziel verfolgen (z. B. eine Wandergruppe).
- Die Masse (D) hingegen ist ein psychologischer Begriff. Eine Menge kann zur Masse werden, wenn ein gemeinsames Ereignis (z. B. eine Panik oder ein Unfall) die Individualität der Einzelnen aufhebt und sie kollektiv reagieren lässt.
- Ein Team (E) ist eine hochgradig organisierte Form der Zusammenarbeit.
Aus rechtlicher Sicht ist diese Unterscheidung wichtig, da das Verhalten von Menschenmengen Auswirkungen auf die Eigensicherung und die Anwendung von Befugnissen hat. Gemäß der DGUV Vorschrift 23 (Unfallverhütungsvorschrift Wach- und Sicherungsdienste) muss ein Sicherheitsmitarbeiter Situationen richtig einschätzen, um Gefahren für sich und andere zu vermeiden. Während eine Menge meist friedlich ist, kann sie durch äußere Reize schnell in eine aggressive Masse umschlagen. Hier greifen dann auch Aspekte des Grundgesetzes (GG), wie die Versammlungsfreiheit nach Art. 8 GG, wobei der Sicherheitsdienst im privaten Raum (Hausrecht gemäß § 903 BGB) agiert. Das Erkennen von Aggressionszeichen, wie sie in der Lektion beschrieben wurden (z. B. geballte Fäuste oder lauter werdende Stimmen), ist in einer Menge besonders wichtig, um eine Eskalation frühzeitig zu verhindern. Wenn Sie als Sicherheitskraft eine Menge beobachten, müssen Sie stets darauf achten, ob sich die Stimmung verändert, da aus einer zufälligen Menge durch ein emotionales Ereignis eine unberechenbare Masse entstehen kann, die rechtlich und taktisch völlig anders bewertet werden muss.
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